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Lean Canvas: Ist es wirklich besser? Ein Bericht

Der Lean Canvas ist eine Abwandlung des Business Model Canvas, speziell für Startups entwickelt von Ash Maurya. Er ersetzt einige Felder durch andere, die für Gründer relevanter sein sollen: Statt “Schlüsselpartnerschaften” gibt es “Problem” und “Lösung”. Statt “Schlüsselaktivitäten” gibt es “Unfairer Vorteil” und “Metriken”.

Die Idee dahinter: Startups brauchen keine komplexen Partnerschaften zu Beginn. Was sie brauchen, ist Klarheit über das Problem, das sie lösen wollen, und darüber, was sie messbar besser macht als alle anderen.

Ich fand den Lean Canvas zunächst überzeugender als den Business Model Canvas. Er fühlt sich fokussierter an, pragmatischer. Weniger “Unternehmensberatung”, mehr “Macher”. Das Feld “Problem” zwingt dich, konkret zu werden. Nicht irgendein abstraktes Wertangebot, sondern: Welches Problem hat dein Kunde wirklich?

Aber auch hier: Das Ausfüllen ist einfach. Das ehrliche Ausfüllen ist schwer.

Ich erinnere mich an eine meiner frühen Versionen. Im Feld “Problem” stand: “Menschen haben keine Zeit, sich gesund zu ernähren.” Klingt plausibel, oder? Aber stimmt das wirklich? Ist es wirklich ein Zeitproblem? Oder ist es ein Motivationsproblem? Ein Wissens­problem? Ein Gewohnheitsproblem?

Der Lean Canvas zwingt dich, eine Antwort zu geben. Aber er sagt dir nicht, wie du zu einer ehrlichen Antwort kommst. Und so passiert oft genau das Gleiche wie beim Business Model Canvas: Du schreibst, was sich richtig anhört. Nicht, was tatsächlich stimmt.

Das Feld “Unfairer Vorteil” ist besonders entlarvend. Die meisten Gründer – ich eingeschlossen – schreiben dort Dinge wie “Erfahrung”, “Netzwerk” oder “Technologie”. Aber mal ehrlich: Ist das wirklich ein unfairer Vorteil? Etwas, das nicht kopiert oder gekauft werden kann? In den allermeisten Fällen: nein.

Der Lean Canvas funktioniert am besten, wenn du ihn nicht als Planungstool benutzt, sondern als Testinstrument. Du füllst ihn aus, gehst raus, testest deine Annahmen – und kommst zurück, um ihn zu überarbeiten. Aber genau das tun die wenigsten. Die meisten füllen ihn einmal aus, nicken zufrieden – und arbeiten dann mit einem Dokument voller ungeprüfter Hypothesen.

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chi.zhang
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