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Zone of Genius: Wie du den Unterschied zwischen Kompetenz und Genialität erkennst

Das Konzept der “Zone of Genius” stammt aus dem Buch The Big Leap von Gay Hendricks. Es ist weniger bekannt als Ikigai oder Start with Why, aber in meinen Augen eines der präzisesten Modelle, um zu verstehen, wie du deine Zeit und Energie einsetzen solltest.

Hendricks unterscheidet zwischen vier verschiedenen Zonen, in denen du arbeiten kannst:

Die vier Zonen:

  1. Zone of Incompetence (Zone der Inkompetenz):
    Das sind die Dinge, die du schlecht machst. Andere können sie besser. Wenn du in dieser Zone arbeitest, verschwendest du nicht nur Zeit – du ziehst auch dein Selbstwertgefühl herunter.
  2. Zone of Competence (Zone der Kompetenz):
    Das sind die Dinge, die du okay machst. Du bist kompetent, aber nicht außergewöhnlich. Viele andere können es genauso gut wie du. Wenn du hier arbeitest, funktionierst du – aber du leuchtst nicht.
  3. Zone of Excellence (Zone der Exzellenz):
    Das sind die Dinge, in denen du wirklich gut bist. Vielleicht hast du Jahre damit verbracht, diese Fähigkeiten zu entwickeln. Andere schätzen dich dafür. Du wirst dafür bezahlt. Aber – und das ist der Knackpunkt – es erfüllt dich nicht wirklich. Diese Zone ist die gefährlichste, weil sie sich richtig anfühlt. Du bist erfolgreich, du wirst respektiert. Aber innerlich merkst du: Irgendetwas fehlt.
  4. Zone of Genius (Zone des Genies):
    Das sind die Dinge, die nur du auf diese spezifische Art machen kannst. Es ist nicht nur, dass du gut darin bist – es ist, dass du dabei in einen Flow-Zustand kommst. Zeit verschwindet. Du fühlst dich lebendig. Es kostet dich keine Energie, sondern gibt dir Energie. Und wenn du aus dieser Zone herauskommst, denkst du: “Dafür bin ich gemacht.”

Der Unterschied zwischen Excellence und Genius:

Das ist der zentrale Punkt des Modells: Deine Zone of Excellence ist nicht dasselbe wie deine Zone of Genius.

Die Zone of Excellence ist das, worin du durch Training und Erfahrung gut geworden bist. Die Zone of Genius ist das, was in dir schon angelegt ist – deine natürliche Begabung, deine einzigartige Perspektive.

Viele Menschen verbringen ihr ganzes Leben in der Zone of Excellence. Sie sind erfolgreich. Sie verdienen gut. Aber sie fühlen sich leer. Weil sie ihre wahre Genialität nie ausleben.

Wie funktioniert es praktisch?

Hendricks schlägt einen einfachen, aber radikalen Prozess vor:

  1. Energie-Audit:
    Schreibe eine Woche lang auf, wie du deine Zeit verbringst. Markiere bei jeder Aktivität:
    • Hat es mir Energie gegeben? (+)
    • Hat es mir Energie genommen? (-)
    • War ich neutral? (0)
  2. Identifiziere deine Zone of Excellence:
    Welche Tätigkeiten machst du gut, die aber trotzdem Energie kosten? Das ist oft überraschend: Du denkst, weil du gut darin bist, solltest du es weitermachen. Aber dein Körper sagt dir etwas anderes.
  3. Identifiziere deine Zone of Genius:
    Welche Tätigkeiten geben dir Energie? Bei welchen vergisst du die Zeit? Bei welchen fühlst du dich lebendig?
    Oft sind das Dinge, die du für selbstverständlich hältst. Du denkst: “Das kann doch jeder.” Aber nein – das kannst du auf eine Art, die nur dir eigen ist.
  4. Eliminiere, delegiere, reduziere:
    Alles, was in deiner Zone of Incompetence oder Competence liegt: Weg damit. Delegiere es, automatisiere es, oder lass es einfach sein.
    Alles in deiner Zone of Excellence: Reduziere es auf das Minimum. Ja, du bist gut darin. Ja, es bringt Geld. Aber es hält dich davon ab, in deine Zone of Genius zu kommen.
  5. Maximiere deine Genius-Zeit:
    Das Ziel ist nicht, 100% deiner Zeit in der Zone of Genius zu verbringen (das ist unrealistisch). Aber: Kannst du es auf 50% steigern? Auf 70%? Je mehr Zeit du dort verbringst, desto erfüllter und erfolgreicher wirst du.

Mein Fazit:

Die Zone of Genius hat mir die Augen geöffnet. Zwar hatte ich schon einige Projekte sehr erfolgreich gestartet, doch das Muster war immer dasselbe: Irgendwann fühlte ich mich erschöpft und verlor meine Motivation. „Zone of Genius” hat mir zum ersten Mal eine Erklärung dafür gegeben, warum ich mich so oft leer fühlte, obwohl ich objektiv erfolgreich war.

Ich war in meiner Zone of Excellence gefangen. Ich konnte gut projektmanagen, organisieren und analysieren. Und das tat ich – jahrelang. Aber das erschöpfte mich. Jeden Tag kam ich nach Hause und fühlte mich ausgelaugt.

Erst als ich anfing, bewusst in meine Zone of Genius zu gehen – also zu schreiben, Konzepte zu entwickeln und tiefe Zusammenhänge zu erklären –, merkte ich: Das gibt mir Energie. Auch nach acht Stunden Arbeit fühle ich mich noch lebendig.

Das Problem dabei: Ich habe das erst erkannt, nachdem ich viel Erfahrung gesammelt hatte. Das bedeutet nicht, dass der Ansatz schlecht ist, aber er kann dir nicht helfen, wenn du noch auf der Suche nach einer Idee bist.

Die „Zone of Genius“ zu leben bedeutet oft, dass du etwas aufgeben musst, das funktioniert, um Platz zu schaffen für etwas, das dich erfüllt. Und das musst du zuerst erlebt haben, um es zu verstehen.

„Start with why“ und „Zone of Genius“ sind keine konventionellen Methoden, um Geschäftsideen zu finden, aber sie helfen dir, dich grundsätzlich neu auszurichten. Wenn dir „Start with why“ zeigt, dass deine Motivation wichtig ist, zeigt dir „Zone of Genius“ eines:

Erfolg ist nicht genug. Du musst dich auch lebendig fühlen.

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chi.zhang
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