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Intent Data: Was ist es und was bringt es Ihnen im B2B Vertrieb wirklich?

95 Prozent Ihrer potenziellen Kunden suchen gerade nicht. Kein Budget freigegeben, kein interner Prozess gestartet, kein akuter Bedarf. Die restlichen 5 Prozent tun genau das jetzt.

Das eigentliche Problem ist nicht, diese 5 Prozent zu finden. Es ist, dass sie bereits entscheiden, während Sie sie noch nicht sehen.

Wie B2B-Einkauf heute wirklich funktioniert

67 Prozent des B2B-Kaufprozesses laufen heute digital. Potenzielle Kunden lesen Analystenberichte, vergleichen Anbieter auf Plattformen wie G2, schauen sich Produktdemos an und bauen intern ihren Business Case zusammen. Das alles passiert, bevor sie ein Formular ausfüllen oder eine Anfrage schicken.

Wenn Sie hören, haben viele bereits eine Shortlist.

Drei Verschiebungen haben die Situation verändert.

Die Kaufentscheidung liegt selten bei einer Person

Moderne B2B-Käufe involvieren im Schnitt mehr als zehn Stakeholder. Geschäftsführung, IT, Einkauf, manchmal noch Recht und Compliance. Jeder hat andere Prioritäten. Wer nur einen Ansprechpartner kennt, sieht nicht, was im Account insgesamt gerade passiert.

Die Recherche passiert ohne Sie

Ihre potenziellen Käufer lesen Artikel, laden Whitepapers herunter und schauen sich Anbieterbewertungen an. Das meiste davon passiert außerhalb Ihrer Wahrnehmung. Sie sehen nur, wer bereits auf Ihrer Website landet. Was davor passiert, bleibt unsichtbar.

Ein einzelner MQL zeigt nicht, was in einem Account passiert

Ein heruntergeladenes Whitepaper von einer Person sagt wenig darüber aus, ob das Unternehmen dahinter gerade kaufbereit ist. Wenn fünf bis zehn Personen unabhängig voneinander recherchieren, gibt Ihnen ein einzelner Lead-Score kein vollständiges Bild. Der Vertrieb bekommt einen Kontakt als „qualifiziert” übergeben, ohne Kontext über den Rest des Accounts. Der Lead stagniert. Die Chance geht verloren.

Was Intent Data ist

Intent Data sind Signale. Sie zeigen, wer gerade nach etwas sucht. Wer Artikel zu einem bestimmten Thema liest. Wer die Website eines Wettbewerbers besucht. Wer ein Whitepaper herunterlädt.

Diese Signale entstehen ständig. Intent Data macht sie sichtbar, bevor sich ein Unternehmen bei Ihnen meldet.

Konkret zeigt Intent Data, welche Unternehmen gerade relevante Themen recherchieren, welche Fragestellungen sie beschäftigen, wie stark und wie aktuell ihre Aktivität ist, und in manchen Fällen, welche Personas innerhalb des Accounts aktiv sind.

Woher kommt Intent Data?

Es gibt drei Quellen mit unterschiedlichen Stärken.

Die erste ist Ihre eigene Website. Wer besucht welche Seiten? Wie lange bleibt jemand auf Ihrer Preisseite? Wer kehrt mehrfach zurück? Diese Daten gehören Ihnen und sind direkt verwertbar. Die Genauigkeit ist hoch. Die Einschränkung ist, dass Sie nur sehen, wer bereits auf Sie gestoßen ist. Späte Signale.

Die zweite Quelle sind Partnerdaten. Engagement-Daten von Verlagsplattformen, Signale von Bewertungsportalen wie G2 oder Aktivitäten aus Webinar-Plattformen von Partnern. Diese Daten helfen, spezifische Zielgruppen zu finden, die Ihre eigene Website noch nicht besucht haben.

Die dritte Quelle sind externe Anbieter. Unternehmen wie Bombora, G2 oder Similarweb sammeln Verhaltensdaten über große Netzwerke von Websites. Sie sehen nicht, wer genau geklickt hat. Sie sehen, welches Unternehmen sich gerade mit einem Thema beschäftigt. Diese Daten haben das höchste Volumen und zeigen frühe Signale, lange bevor jemand auf Ihrer Website landet.

Die stärksten Signale entstehen, wenn alle drei Quellen zusammenkommen. Wer externe Aktivität zeigt und gleichzeitig Ihre eigenen Seiten besucht, steht in einer anderen Qualitätskategorie als jemand mit nur einem dieser Signale.

Warum Intent Data im B2B-Vertrieb einen Unterschied macht

92 Prozent der B2B-Käufer haben eine Shortlist im Kopf, bevor sie eine formelle Evaluierung beginnen. 95 Prozent der Deals gehen an Anbieter, die bereits am ersten Tag des Kaufprozesses auf der Kandidatenliste standen. Und 61 Prozent des Kaufentscheidungsprozesses sind abgeschlossen, bevor ein B2B-Käufer zum ersten Mal mit einem Verkäufer spricht.

Wer erst sichtbar wird, wenn ein Käufer sich meldet, kommt in den meisten Fällen zu spät.

Intent Data verschiebt diesen Moment. Sie erkennen, dass ein Unternehmen gerade recherchiert, bevor es eine Anfrage stellt. Sie können sichtbar werden, weil Sie wissen, dass dort gerade Bedarf entsteht.

Intent Data ist dabei nur der erste Schritt in einem strukturierten B2B-Vertriebsprozess. Wie die weiteren Phasen aufeinander aufbauen, von der Lead-Qualifizierung bis zum Abschluss, lesen Sie hier: B2B Vertrieb: Die Anatomie eines erfolgreichen Prozesses vom Erstkontakt bis zum Abschluss.

Intent to Learn und Intent to Buy

Nicht jedes Signal zeigt Kaufbereitschaft. Ein Unternehmen, das nach „Was ist CRM-Software?” sucht, ist in einer anderen Phase als eines, das „CRM-Anbieter Vergleich” oder „CRM-System Kosten” recherchiert.

Frühes Interesse erkennenn Sie an diesen Signalen: allgemeine Artikel über Herausforderungen, Branchenberichte, einführende Inhalte zu einem Thema. Diese Signale sagen, dass jemand ein Thema gerade verstehen will.

Kaufnahe Aktivität sieht anders aus: Anbietervergleiche, Bewertungen auf G2, Preisseiten, Fragen zur Implementierung und zu Integrationsmöglichkeiten. Diese Signale sagen, dass jemand gerade aktiv evaluiert.

Wer einen frühen Forscher sofort mit einer Demo-Anfrage anschreibt, verliert den Moment. Wer einen kaufbereiten Evaluierer mit einem Einführungsartikel anspricht, verliert denselben Moment. Intent Data funktioniert nur, wenn Sie die Signalqualität lesen können und Ihre Botschaft daran ausrichten.

Was Intent Data nicht leistet

Intent Data zeigt Ihnen, wer sich für ein Thema interessiert. Nicht warum.

Ein Unternehmen, das nach „CRM-Software” sucht, könnte ein neues System evaluieren. Oder ein Problem mit dem bestehenden haben. Oder einfach einen Artikel lesen.

Das Signal sagt: Jetzt ist ein guter Moment. Es sagt nicht, was diese Person wirklich braucht.

Intent Data ersetzt Ihre eigenen First-Party-Daten nicht. Es ergänzt sie. Wer das Signal bekommt und sofort eine generische Nachricht schickt, verschenkt genau den Vorteil, den Intent Data bietet. Der Zeitpunkt ist richtig. Die Botschaft muss es auch sein.

Intent Data als Ausgangspunkt

Intent Data gibt Ihnen eine Liste. Es sagt Ihnen, wer gerade zuhört.

Was Sie mit diesem Moment machen, entscheidet über die Antwortquote. Ansprachen auf Basis echter Recherche erzielen Rücklaufquoten, die 6,6-mal höher liegen als generische Nachrichten.

Das Signal öffnet das Fenster. Was Sie hineinschreiben, ist Ihre Aufgabe.


Akquiseprotokoll hilft Ihnen dabei, diesen zweiten Schritt zu tun. Es recherchiert den Empfänger, bevor Sie ihm schreiben, und macht das in einem Bruchteil der Zeit, die Sie dafür brauchen würden.

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